Flattr als Geschäftsmodell?

Um es gleich zu Beginn klarzustellen: Flattr ist genial, aber kein Geschäftsmodell.

Was ist Flattr?

Die Idee hinter Flattr ist eine Art Like-Button mit integrierter Spendenfunktion.

Zum Monatsanfang zahle ich einen Betrag, nehmen wir mal 5 Euro, auf mein Flattr-Konto. Dieses Guthaben kann ich jetzt den ganzen Monat lang mit Klicks auf Flattr-Buttons verteilen. Stolpere ich über einen Artikel, den ich herausragend finde, klicke ich auf dessen Flattr-Button. Der Autor bekommt jetzt ein Stück meines Guthabens ab.

Ein großer Vorteil gegenüber bisherigen Spendenmodellen ist die Einfachheit des Prinzips. Als Spender muss ich mir keine Gedanken über die Höhe des Spendenbetrags machen, was bisher eine enorme Hürde darstellte. Ein Klick, und egal ob Artikel, Podcast oder Software, der Autor bekommt automatisch ein Stück von meinem Spendentopf.

Der Wert eines jeden Klicks berechnet sich am Monatsende aus dem Guthaben durch die Anzahl meiner Klicks. Habe ich 10 x geflattert ist jeder Klick (in meinem Beispiel) 0,50€ wert. Hätte ich nur einen einzigen Beitrag im Monat geflattert, könnte sich der Autor über die kompletten 5 Euro freuen.

Das ganze ist natürlich Anonym, als Autor kann man nicht sehen wer einen da geflattert hat, nur wie oft dies passiert ist.

Flattr füllt eine Lücke

Konnte man viele Medieninhalte bisher garnicht oder nur sehr mühsam unterstützen, ist die Minispende jetzt nur noch einen Klick entfernt.

Podcasts oder aber auch politische Blogs sind gute Beispiele für Medieninhalte, die über herkömmliche Werbemöglichkeiten nur schwer bis garnicht finanziert werden konnten und können. Flattr gibt Ihnen jetzt die Möglichkeit einfach und schnelle Unterstützung zu bekommen. Einzige Vorraussetzungen: Gute Inhalte und das vorhanden sein der Flattr-Buttons.

Warum ist Flattr kein Geschäftsmodell?

Wie Peer in seinem Beitrag über Flattr bemerkte, ist Flattr kein Ertragsmodell im herkömmlichen Sinn. Es ist viel zu schwer plan- und steuerbar.

Ausnahmen:

Für Podcasts wie Chaosradio Express und Alternativlos kann Flattr durchaus ein Mini-Geschäftsmodell sein. Die Vorraussetzungen: herausragender Content und Unabhängigkeit sind gegeben. Die Jungs brauchen Technik, Strom und Essen. Was bisher nur aus privater Tasche oder über Spendenaufrufe finanzierbar war, bekommt nun einen extra Schub.

Ein weiterer Aspekt ist die Motivation, die bei Autoren deutlich steigt, wenn sie sehen das Ihre Inhalte geliebt und unterstützt werden.

Fazit

Für viele themenspezifische Webseiten ist und bleibt herkömmliche Werbung das beste Businessmodel. Sucht man hingegen nach Investoren, braucht also Geld um ein Projekt überhaupt erst zu starten, ist vielleicht Kickstarter die bessere Alternative.

Flattr kann eine gute Einkommensquelle für bisher privat finanzierte Projekte sein und ist die bessere Lösung als der alte Paypal-Spendenbutton. Webseiten mit werbemäßig schwer vermittelbaren Inhalten, wie Politik und Wissenschaft, sollten Flattr ebenfalls eine Chance geben. Auch kann man schon etwas älteren Beiträgen oder Episoden einen Spendenbutton anheften, darf dann aber kein hohes passives Einkommen erwarten.

Die Spendenbereitschaft der Flatterer ist groß. Der Anspruch aber auch.

Hier noch ein paar Beispiele von Inhalten, die sich gut für Flattr eignen:

  • Investigative Artikel
  • Kostenlose Downloads
  • Freeware aller Art
  • Gut gemachte Podcasts
  • Tolle Projekte aller Art

Denk immer daran: Flattr Spenden kann man nicht verdienen, man muss sie sich verdienen.

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